Geschichte des Judo
 

 

 
Judo
(Der sanfte Weg)
 
 
 
 
 
 
1. Die Entstehung
 
Im 17. Jahrhundert verstieß die Ritterkaste der Samurais gegen die Gesetze des Kaisers, worauf der sie damit bestrafte fortan keine Waffen mehr tragen zu dürfen. Zu jener Zeit kam ein Arzt aus Nagasaki von China zurück, wo er bei einem Nahkampflehrer Haku-Tei die Kunst des waffenlosen Nahkampfs erlernt hatte. Er musste aber dabei feststellen, dass zur Ausführung der erlernten Griffe eine ziemliche Muskelkraft gehört.
Bei einem Spazierganges im Herbst wurde er von einem starken Sturm überrascht und flüchtete sich in eine Höhle, aus der beobachtete wie sich die geschmeidigen Äste eine Weide sich bei jedem Windstoss beugten und nachher wieder aufstellten, eine Starke und kräftige Eiche jedoch hielt dem Sturm stand, bis sie brach.
Durch diese Beobachtung angeregt, entwickelte der Arzt ein System bei dem auch schwache durch nachgeben siegen können, und Gründete eine Schule der er den Namen Yoshin-Ryu (Weidenschule) gab. In dieser Schule wurden dann auch die Samurais unterrichtet, welche die dort gelernten Griffe dermaßen ausbauten und zur Perfektion brachten, dass man daraus das spätere Jiu-Jitsu entnehmen könnte.
 
Nach einer Hochblüte der waffenlosen Selbstverteidigung in Japan, es wurden damals ungefähr zwölf Schulen für die Erlernung dieser Kunst gegründet, erlag Japan einem großen europäischen Einfluss und alles Eigene wurde abgelehnt. In dieser Zeit geriet auch die Kunst der Selbstverteidigung ins vergessen. Erst um 1870 entdeckte ein Deutscher, Professor Dr. Bälz, die alte Kunst und war davon so begeistert das er selbst beim ältesten Meister, dem 70 jährigen Totsuka, Unterricht nahm. Seine Studenten, die ihn als europäischen Pädagogen verehrten, ahmten sein Beispiel nach und damit nahm dieser Sport einen solchen Aufschwung, dass es bald keinen Japaner mehr gab, der diese Kunst nicht gekannt hätte.
 
Unter diesen Studenten war auch der außerordentlich begabte Baron Jigoro Kano (28.10.1860 – 04.05.1938).
Nachdem er sich mit sämtlichen Systemen und der ganzen Materie des Jiu-Jitsu vertraut hatte, störte ihn das diesem Sport die Seele fehlt. Er stellte fest, dass alle Griffe und Techniken fast mechanisch ausgeführt werden, darum faste er alles was er gelernt hatte zusammen und fügte alles mit ethischen und psychologischen Zielen zusammen. Die von ihm jetzt neu entwickelte Sportart nannte er JUDO (Ju = mild, sanft; Do = Weg).
Im Jahr 1882 gründete Jigiro Kano das Kodokan-Institut, das noch heute die Welt beste Judoschule ist.
 
Kodokan heißt „ Der Weg des Kano“. Mit „Weg“ will der Japaner das Leben ausdrücken, Kano wollte damit erreichen, dass der Leitgedanke des Judo, „Nachgeben um zu siegen“, den Judokämpfer auch im privaten Leben dazu befähigt, durch die Art seines Benehmens und Denkens den anderen überlegen zu sein.
Nun wurde Judo in Japan zum Volkssport Nummer 1, und ist es bis heute geblieben.
Jigiro Kano bereiste Amerika und Europa um Judo auch dorthin zu bringen, Leider konnte dieser größte aller Judokas, zuletzt hatte er den 10. Dan, von seiner letzten Reise seine Heimat nicht mehr erreichen. Er starb, von Europa kommend, kurz vor dem 2. Weltkrieg auf seinem Schiff.
 
 
Bei der praktischen Ausübung des Judo soll das Hauptziel sein, sich selbst zu verbessern und zu vervollkommnen. Im gleichen Maße, wie unsere Technik Fortschritte macht, gewinnen wir an Sicherheit. Unsere Fortschritte in der Wurftechnik haben zum Ergebnis, dass wir keine Furcht mehr haben, geworfen zu werden, und dass unsere Angriffe an Schnelligkeit gewinnen. Wenn wir andererseits harten Angriffen erfolgreich widerstehen, erkennen wir den Wert unserer eigenen Bemühungen.
 
Meister Jigiro Kano (10. Dan)
 
2. Einteilung des Judosports, nach Kano
 
Fallschule / Ukemi
 
Kodokan kennt drei Grundsätzliche Falltechniken, die sich aus verschiedenen Stellungen ausführen lassen.
 
1.    Fallen vorwärts / Mae-Ukemi
2.    Fallen rückwärts / Ushiro-Ukemi
3.    Fallen seitwärts / Yoko-Ukemi
 
 
 
Würfe / Nage-Waza
 
Im Kodokan Judo gibt es 40 Grundwürfe (Go-Kyo), eingeteilt in 5 Übungsstufen a´ 8 Würfe, nach dem Lehrplan von Kano, der jetzt abweichend ist zur neuen Prüfungsordnung des DJB.
 
 
Würfe aus dem Stand / Tachi-Waza:
 
1.    Hand- und Schulterwürfe / Te- und Kata-Waza
2.    Hüftwürfe / Koshi-Waza
3.    Beinwürfe/ Ashi-Waza
 
Würfe aus der Bodenlage / Sutemi-Waza
 
1.    Gerade Opferwürfe / Ma-Sutemi-Waza
2.    Seitliche Opferwürfe / Yoko-Sutemi-Waza
 
 
Bodentechniken / Ne-Waza
 
1.    Haltegriffe / Osae-Komi-Waza
2.    Armhebel / Kansetsu-Waza
3.    Würgen / Shime-Waza
 
 
 
 
 
3. Nage-Waza
 
Da nicht mehr nach der Go-Kyo geprüft wird, werden die Grundwürfe hier nach ihrer Ausführung unterteilt.
 

Te- Waza:
 
 
 
Seoi-Nage
Schulterwurf
Tai-Otoshi
Körperwurf
Kata-Guruma
Schulterrad
Sukui-Nage
Schaufelwurf
Uki-Otoshi
Schwebehandzug
Sumi-Otoshi
Eckenkippe
 
 
Koshi-Waza:
 
 
 
Uki-Goshi
Hüftschwung
O-Goshi
großer Hüftwurf
Koshi-Guruma
Hüftrad
Tsuri-Komi-Goshi
Hebehüftwurf
Harai-Goshi
Hüftfegen
Tsuri-Goshi
Hüftzug
Hane-Maki-Komi
Sprungdrehwurf
Soto-Maki-Komi
Außendrehwurf
Utsuri-Goshi
Wechselhüftwurf
Hane-Goshi
Sprunghüftwurf
Ushiro-Goshi
Hüftgegenwurf
O-Guruma
Großes Rad
 
 
Ashi-Waza:
 
 
 
De-Ashi-Barai
Fußfegen
Hiza-Guruma
Knierad
Sasae-Tsuri-Komi-Ashi
Hebezugfußhalten
O-Soto-Gari
Große Außensichel
O-Uchi-Gari
Große Innensichel
Ko-Soto-Gari
Kleine Außensichel
Ko-Uchi-Gari
Kleine Innensichel
Okuri-Ashi-Barai
Fußnachfegen
Uchi-Mata
Innerer Schenkelwurf
Tani-Otoshi
Talfallzug
Ko-Soto-Gake
Kleines Außeneinhängen
Ashi-Guruma
Beinrad
Harai-Tsuri-Komi-Ashi
Hebezugfußfegen
O-Soto-Guruma
Großes Außenrad
 
 
Gerade Opferwürfe:
 
 
 
Tomoe-Nage
Kopfwurf
Sumi-Gaeshi
Eckenwurf
Ura-Nage
Rückwurf
 
 
Seitliche Opferwürfe:
 
 
 
Yoko-Otoshi  
Seitfallzug
Uki-Waza       
Rückfallzug
Yoko-Wakare 
Seitenriss
Yoko-Guruma
Seitenrad
Yoko-Gake    
Seitfußzug

 
 
4. Osae-Komi-Waza
 
Es gibt im Kodokan Judo 4 Grundhaltetechniken, und zur jeder verschiedene Abwandlungen. Da jede Abweichung von der Grundform eine Abwandlung bedeutet, die auch einen anderen Namen haben hier nur ein paar Beispiele.
 
 

Kesa-Gatame
Schärpenhaltegriff
 
 
Hon-Kesa-Gatame
Schärpenh. Grundform
Kata-Gatame
Schulterhaltegriff
Ushiro-Kesa-Gatame
Umgekehrte Schärpe
Makura-Kesa-Gatame
Kissenschärpe
Kashira-Gatame
Kopfkissenschärpe
Uki-Gatame
Schwebehaltegriff
Kuzure-Kesa-Gatame
Variante von Kesa-Gatame
 
 
Tate-Shio-Gatame
Reitvierer
 
 
Sankaku-Tate-Shio-Gatame
Dreiecksreitvierer
Kuzure-Tate-Shio-Gatame
Variante von Tate-Shio-Gatame
 
 
Kami-Shio-Gatame
Oberervierer
 
 
Sankaku-Kami-Shio-Gatame
Dreiecksoberervierer
Gyaku-Kami-Shio-Gatame
Oberervierer verkehrtherum
Kuzure-Kami-Shio-Gatame
Variante von Kami-Shio-Katame
 
 
Yoko-Shio-Gatame
Seitvierer
 
 
Mune-Gatame
Brusthaltegriff
Kuzure-Yoko-Shio-Gatame
Variante von Yoko-Shio-Gatame

 
 
 
5. Kansetsu-Waza
 
Im Judo sind alle Angriffe die nicht auf das Ellenbogengelenk gehen verboten, es gibt 2 Varianten von Hebeln, Beugehebel das Heißt den abgewinkelten Arm Hebeln und Streckhebel den gestreckten Arm überdehnen. Es gibt 7 verschiedene Armhebelgruppen.
 

Ude-Garami
Beugehebel
Juji-Gatame
Streckhebel zw. Beinen
Ude-Gatame
mit beiden Händen hebeln
Waki-Gatame
mit der Seite hebeln
Hara-Gatame
über den Bauch hebeln
Hiza- bzw. Ashi-Gatame
mit Knie / Bein hebeln
Kannuki-Gatame
Riegelstreckhebel

 
 
Je nach Ausführung der Hebel der jeweiligen Gruppen, werden die Hebel anders genannt, der Hebel ist aber immer derselbe.
 
 
6. Shime-Waza
 
Wie auch bei den Hebeln, werden die Würgen in 7 Gruppen unterteilt. Auch hier werden nur die Grundformen angegeben.
 

Juji-Jime
Kreuzwürge
Okuri-Eri-Jime
Kragenwürge
Hadaka-Jime
Freies Würgen
Ryo-Te-Jime
Knöchelwürge
Kata-Te-Jime
Einhandwürge
Ashi-Jime
mit Hilfe der Beine würgen
Kata-Ha-Jime
mit festgelegter Schulter würgen

 
 
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